Fragen zum Projekt

Im Interesse der besseren Lesbarkeit verzichten wir darauf, männliche und weibliche Personenbezeichnungen nebeneinander zu verwenden. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für jedes Geschlecht.

Warum entsteht mitten in Eimsbüttel ein neues Stadtquartier?

Beiersdorf hat seinen Unternehmenssitz seit 1892 an der Unnastraße und ist seit mehr als 125 Jahren eng mit dem Quartier verbunden. Im Juni 2017 hat die Beiersdorf AG entschieden, ihre Konzernzentrale von der Unnastraße auf das heutige Werksgelände an der Troplowitzstraße zu verlegen. Das Gelände der heutigen Konzernzentrale mit einer Größe von 34.000 Quadratmetern wird damit frei für ein neues Wohn- und Stadtquartier. Die Fläche gehört der TROMA Alters- und Hinterbliebenenstiftung, der Pensionskasse von Beiersdorf. Sie plant dort den Bau von 700 bis 900 Mietwohnungen und möchte ein lebendiges, attraktives Stadtquartier entwickeln. Mit dem Bau der neuen Konzernzentrale und des Stadtquartiers bekennt sich Beiersdorf klar zu einer Zukunft in Eimsbüttel.

Warum baut Beiersdorf eine neue Konzernzentrale?

Derzeit gibt es drei Beiersdorf-Standorte in Eimsbüttel. In der geplanten Konzernzentrale werden alle Mitarbeiter Platz finden, wodurch Synergien für Forschung, Entwicklung und Produktion möglich werden. Die Wege zwischen allen Unternehmensbereichen werden sich erheblich verkürzen.

Wo und in welchem Zeitraum baut Beiersdorf die neue Konzernzentrale?

Die neue Konzernzentrale entsteht auf dem heutigen Werksgelände südlich der Troplowitzstraße zwischen Stresemannallee und Wiesingerweg. Die Baumaßnahmen haben Ende 2017 begonnen, die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

Wo wird das neue Stadtquartier entstehen? Um welche Flächen geht es?

Das Stadtquartier wird auf dem Gelände der heutigen Konzernzentrale der Beiersdorf AG zwischen der Unnastraße (gegenüber dem Eimsbütteler Park „Am Weiher“) und der Quickbornstraße entstehen. Die Grundstücksfläche umfasst 34.000 Quadratmeter (3,4 Hektar).

Wer wird der Eigentümer des neuen Stadtquartiers sein?

Eigentümerin des neuen Stadtquartiers wird die TROMA Alters- und Hinterbliebenenstiftung sein, die Pensionskasse von Beiersdorf. Sie will das Grundstück zukunftsorientiert entwickeln und wird es langfristig im Bestand halten.

Wer ist die TROMA?

Die TROMA Alters- und Hinterbliebenenstiftung ist die Pensionskasse von Beiersdorf. Sie wurde 1915 von Dr. Oscar Troplowitz und dessen Schwager und Mitgesellschafter Dr. Otto Hanns Mankiewicz gegründet. Der paritätisch besetzte Stiftungsvorstand besteht aus drei Vertretern, die der Vorstand der Beiersdorf AG auswählt, sowie drei Vertretern, die vom Konzernbetriebsrat bestellt werden. Zweck der Stiftung ist es, den Mitarbeitern Übergangs- und Ruhegeld und den Hinterbliebenen dieser Mitarbeiter Witwen- und Waisengeld zu gewähren.

Warum investiert die TROMA in das neue Stadtquartier?

Der Stiftungszweck der TROMA als Pensionskasse von Beiersdorf ist es, den Beiersdorf-Mitarbeitern nach Eintritt in den Ruhestand und im Falle der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit ein Übergangs- bzw. Ruhegeld zu gewähren. Darüber hinaus sollen die Hinterbliebenen dieser Mitarbeiter ein Witwen- und Waisengeld erhalten. Deshalb ist die TROMA an verlässlichen Erträgen interessiert und legt die Stiftungsgelder seit Jahrzehnten in Immobilien an.

Wie wird das neue Stadtquartier aussehen?

Fest steht bereits jetzt: In dem neuen Quartier werden 700 bis 900 Mietwohnungen, kleinteilige Nahversorgung und auch öffentlich nutzbare Freiräume entstehen. Die TROMA will ein lebendiges Stadtquartier mit hoher Lebensqualität entwickeln. Die Planungen befinden sich jedoch noch in einer sehr frühen Phase, deshalb lässt sich die Frage nach der Ausgestaltung derzeit noch nicht detaillierter beantworten. Die Entwicklung des neuen Stadtquartiers folgt dem Ansatz der Co-Kreation: Dabei bilden Bürger, lokale Verantwortliche und Experten wie Stadtplaner und Architekten eine gemeinsame Gruppe und stehen sich nicht, wie in Beteiligungsprozessen sonst üblich, als zwei separate Interessengruppen gegenüber. Sie beantworten gemeinsam klar definierte Zukunftsfragen, die für alle Seiten von Bedeutung sind. Statt die Bürger lediglich als Reagierende in einen Planungsprozess einzubinden, geht es bei der Co-Kreation also darum, sie zu Mitentwicklern zu machen: Es ist ausdrücklich erwünscht, dass sie die Grundlagen für die Entscheidungen der Projektverantwortlichen kreativ mitgestalten.

Wann wird das neue Stadtquartier bezugsfertig sein?

Der Startschuss für die baulichen Maßnahmen fällt mit dem Umzug der Beiersdorf-Mitarbeiter in die neue Konzernzentrale, der voraussichtlich Ende des Jahres 2021 stattfinden wird. Die Entwicklung des Geländes erfolgt dann in mehreren Schritten: Der erste Bauabschnitt wird frühestens 2022 starten. Es ist davon auszugehen, dass die Arbeiten am letzten Bauabschnitt frühestens 2030 beginnen. Die ersten Wohnungen können voraussichtlich 2023/2024 bezogen werden.

In welchen Etappen findet die Planung des neuen Stadtquartiers statt?

Das Stadtquartier wird in einem mehrstufigen Prozess entwickelt: Am 30. Juni 2018 startet die erste Stufe mit einem Bürgerbeteiligungsverfahren, der „Stadtmacherei Eimsbüttel“, in der Ideen für ein attraktives Stadtquartier entwickelt werden sollen. Alle Eimsbütteler sind eingeladen, im Rahmen von drei Werkstatt-Veranstaltungen im August/September 2018 ihre Ideen einzubringen. Die im Beteiligungsprozess erarbeiteten Ergebnisse bilden die Arbeitsgrundlage für mehrere Planungsbüros im städtebaulichen Gutachterverfahren, deren Entwürfe öffentlich zur Diskussion gestellt werden.

Begleitet wird das gesamte Projekt von erfahrenen Stadtplanern: Den Beteiligungsprozess führt das Hamburger Büro für Stadtentwicklung und Partizipation urbanista durch. Beispiele für innovative Beteiligungsformate finden sich auf der Website. urbanista hat auch das Format der „Stadtmacherei“ entwickelt, mit dem die Projektverantwortlichen auf Mitwirkung setzen – ein temporäres lokales Zukunftslabor, in dem die Bürger im Dialog mit Experten und Entscheidern vor Ort die Planungen mitgestalten.

Das anschließende städtebauliche Gutachterverfahren wird durch das Hamburger Stadtplanungsbüro Claussen-Seggelke betreut. An diesen Wettbewerb schließt sich ein Bebauungsplanverfahren mit zwei weiteren gesetzlich geregelten Öffentlichkeitsbeteiligungen an. Dieses Verfahren führt die Freie und Hansestadt Hamburg, vertreten durch das Bezirksamt Eimsbüttel, durch.

 

Wie kann ich mich an der Planung des neuen Stadtquartiers beteiligen?

Bei der Entwicklung des neuen Stadtquartiers verfolgt die TROMA den Ansatz der Co-Kreation. Dabei bilden Bürger, Entscheider und Experten wie Stadtplaner und Architekten eine gemeinsame Gruppe und stehen sich nicht, wie in Beteiligungsprozessen sonst üblich, als zwei Interessengruppen gegenüber. Sie lösen gemeinsam klar definierte Aufgaben und beantworten Fragen, die für alle Seiten von Bedeutung sind. Statt die Bürger lediglich als Reagierende in einen Planungsprozess einzubinden, geht es bei der Co-Kreation also darum, sie zu Mitentwicklern zu machen, die Grundlagen für die Entscheidungen der Projektverantwortlichen kreativ mitgestalten. Ihr Wissen über die Nachbarschaft des neuen Quartiers macht sie zu Experten des Alltags, zu Ideengebern, Optimierern, Kritikern – und damit in jeder Prozessphase zu wichtigen Teammitgliedern, die die Zukunft des Areals mit auf den Weg bringen.

  1. Auftaktveranstaltung
    30. Juni 2018 in der Zeit von 10 bis 16 Uhr
    „Stadtmacherei Eimsbüttel“ – Informationen und Gespräche mit den Verantwortlichen über das geplante Projekt des neuen Stadtquartiers an der Unnastraße sowie Sammlung erster Ideen und Anregungen
  2. Werkstatt-Termine
    An drei Werkstatt-Terminen am 25. August, 8. September und 22. September 2018 lädt die „Stadtmacherei Eimsbüttel“ alle Interessierten ein, gemeinsam mit der Grundstückseigentümerin, den Entwicklern und Fachleuten anhand konkreter Aufgabenstellungen Ideen für die Planung des Quartiers zu erarbeiten. Die Werkstätten bieten die Möglichkeit, das Wissen, Wünsche und Ideen zu verschiedenen Themenbereichen wie Städtebau, Wohnen, Mobilität und Nahversorgung in den Planungsprozess einzubinden.
  3. Feedback-Werkstatt und Ergebnispräsentation
    Auf Basis der dokumentierten Werkstattergebnisse fasst urbanista die Anregungen, Wünsche und Ideen zusammen, die im Rahmen der Werkstatt-Termine formuliert wurden. Ziel ist es, eine strukturierte Arbeitsgrundlage für das anschließende städtebauliche Gutachterverfahren sowie die beteiligten Architekten und Stadtplaner zu entwickeln und zu formulieren. Auch unterschiedliche oder gegebenenfalls widersprüchliche Positionen erhalten hier den nötigen Raum. Die zusammengeführten Ergebnisse werden nochmals in einer Feedback-Werkstatt zur Diskussion gestellt, gegebenenfalls überarbeitet und in einer Ergebnispräsentation vorgestellt.
  4. „Gläserne Werkstatt“ – Gutachterverfahren
    Die Ergebnisse der drei Werkstätten sollen die Arbeitsgrundlage für mehrere Planungsbüros im Gutachterverfahren sein. Zu dessen Halbzeit ist geplant, dass die beteiligten Architekten und Stadtplaner den Stand ihrer Entwürfe im Rahmen einer „Gläsernen Werkstatt“ öffentlich zur Diskussion stellen. Das Gutachterverfahren endet mit der Jurysitzung voraussichtlich im Frühjahr 2019. Betreut wird der städtebauliche Wettbewerb durch das Hamburger Stadtplanungsbüro Claussen-Seggelke.

Welche Vorgaben und welche Freiräume gibt es für die Planung des Stadtquartiers?

Um die vielfältigen Themen bei der Entwicklung des neuen Quartiers zielgerichtet bearbeiten zu können, haben die TROMA, das Bezirksamt Eimsbüttel und urbanista für den Beteiligungsprozess inhaltliche Grundlagen zusammengetragen, die als planerischer Rahmen dienen. Im Laufe des gemeinsamen Arbeitsprozesses werden die Initiatoren und Fachplaner das Für und Wider von Vorschlägen, Wünschen und Ideen diskutieren und diese auf ihre Realisierbarkeit prüfen.

Wo kann ich mich zum aktuellen Stand der Planungen informieren?

Es wird verschiedene Veranstaltungen geben. Einen Überblick bieten die Website www.stadtmacherei-eimsbuettel.de und die Website des Bezirksamts Eimsbüttel.

Wer entscheidet über die Gestaltung des Stadtquartiers?

Verschiedene Planungsbüros sollen mit den Ideen der „Stadtmacherei Eimsbüttel“ im Rahmen eines Gutachterverfahrens Entwürfe für das neue Stadtquartier entwickeln und diese im Rahmen einer „Gläsernen Werkstatt“ öffentlich zur Diskussion stellen. Eine Jury aus Sach- und Fachpreisrichtern sowie gegebenenfalls Bürgervertretern wird entscheiden, welcher Entwurf umgesetzt wird. Das Hamburger Stadtplanungsbüro Claussen-Seggelke betreut das Gutachterverfahren. Anschließend wird der Bezirk Eimsbüttel in einem Bebauungsplanverfahren das Planrecht schaffen.

Gibt es ein Verkehrskonzept rund um das neue Stadtquartier?

Die „Stadtmacherei Eimsbüttel“ lädt alle Interessierten ein, gemeinsam mit der Grundstückseigentümerin, den Entwicklern und Fachleuten anhand konkreter Aufgabenstellungen Ideen für die Planung des Quartiers zu erarbeiten. Dazu gehört auch der Themenbereich Mobilität, bei dem innovative und zukunftsgerichtete Ideen erarbeitet und diskutiert werden sollen. Auch im folgenden Bebauungsplanverfahren ist der Verkehr ein zentraler Bestandteil. Die Freie und Hansestadt Hamburg plant derzeit, ein Gutachten erstellen zu lassen, welches die Verkehrssituation beurteilen und dabei sowohl die lokale als auch die regionale Verkehrssituation (z. B. Beachtung wichtiger Knotenpunkte) unter die Lupe nehmen soll.

Wie nachhaltig wird das neue Stadtquartier sein?

Die Planungen befinden sich in einer sehr frühen Phase; wir können natürlich den Ergebnissen der „Stadtmacherei Eimsbüttel“, des Gutachterverfahrens und des Bebauungsplanverfahrens nicht vorgreifen. Das Bewusstsein für ökologisch verträgliches Bauen, Energiebewusstsein und Nachhaltigkeit gehört jedoch zu den festen Grundlagen für die Planung. Ziel ist es, ein ganzheitliches Konzept zu erstellen, das zum Beispiel auf regenerative Energien, ökologisch verträgliche Baumaterialien sowie einen ressourcenschonenden Gebäudebetrieb setzt. Ideen und Impulse zu diesem Themenkomplex werden die Teilnehmer der Werkstätten diskutieren und gegebenenfalls aufnehmen.

In welchem Zusammenhang steht der Bau des neuen Stadtquartiers mit dem Kauf der Kleingartenflächen?

Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Kauf der Kleingartenflächen nördlich des Beiersdorf-Werks an der Troplowitzstraße und dem Bau des neuen Stadtquartiers. Beiersdorf hat die Kleingartenflächen als potenzielle gewerbliche Erweiterungsfläche im Rahmen der Standortsicherung des Unternehmens erworben. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass diese kurz- oder mittelfristig genutzt werden.

Was kann ich tun, wenn ich mich für eine Wohnung im neuen Stadtquartier interessiere?

Die Planungen befinden sich noch in einer sehr frühen Phase, eine Vermarktung der geplanten Mietwohnungen wird frühestens ab 2023 stattfinden. Fest steht schon jetzt: Es wird ausschließlich Mietwohnungen geben, Eigentumswohnungen und Baugemeinschaften sind nicht vorgesehen. Das Quartier wird sich langfristig im Eigentum der TROMA befinden, ein Verkauf ist nicht beabsichtigt.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen oder Anregungen habe?

Für Fragen und Anregungen haben TROMA, Beiersdorf und urbanista ein Postfach eingerichtet: info@stadtmacherei-eimsbuettel.de.

Das Bezirksamt Eimsbüttel, Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, ist per E-Mail – stadtplanung@eimsbuettel.hamburg.de – zu erreichen.